Mein Weg mit Shiatsu

"Der Weg, den du gehst, ist dein Weg." (Hiroshi Nozaki, Gründer der Ko-Schule)

Im April 2005 begann ich meine Shiatsu-Ausbildung, die ich in November 2009 abschloss. Ohne Erwartungen an die Schule und an mich selbst veränderte die Schule bereits im ersten Jahr mein Leben. Als gut integrierte Afrikanerin in Europa lernte ich nun einen Teil der asiatischen Welt, Heilungsmethode und Philosophie kennen.
Zum ersten Mal seit ich in der Schweiz war, musste ich mir Fragen stellen wie: Was heisst für mich Sommer, Herbst, Winter, Frühling? Ich musste plötzlich ganz bewusst die Natur beobachten, wahrnehmen, geniessen und lernen, dass ich ein Teil von ihr bin.
Später folgte die Bedeutung einer Berührung, ihre Qualität, ihre Essenz. Ich musste lernen, was Nähe heisst, jemandem Raum zu geben, bei sich selbst zu sein, die eigene Mitte zu finden, Grenzen zu setzen.
Ich erinnere mich, Menschen gefragt zu haben, was für sie „jemand ist mir zu Nahe getreten“ bedeutet. Es musste mir bewusst werden - obwohl es mir immer klar schien - dass ich in einer völlig anderen Welt lebe. In Afrika sind Leben, Aktivitäten und Emotionen sehr nach aussen gerichtet, in Europa eher nach innen.
Und je mehr ich den Weg ging, umso mehr lernte ich über mich, und desto bewusster – auch auf spielerische Art – wurde mir, dass ich Afrika, Europa und Asien in mir vereinige. Mein Weg mit Shiatsu ist ein Weg zu mir selbst, zu meinem inneren und äusseren Selbst und zu anderen Menschen.


Meine Motivation

Als ich meine „Wahlmutter“, Sigrid Feld erzählte, dass ich eine Shiatsu-Ausbildung mache und Menschen behandeln werde, sagte sie ohne zu zögern: „Ja, tu das, ich sehe das als deine ureigenste Begabung“. Als weitere Feedbacks von Shiatsu-Empfängern und von einer Lehrerin nach einem ersten Tutorium über meine guten Händen folgten, gab es für mich kein Halten mehr. Weitere Motivation gaben mir erste Erfolge bei Prozessbegleitungen.

Meine Ur-Motivation liegt darin, dass ich während der kaufmännischen Ausbildung immer mit und für Menschen arbeiten wollte. Aus diesem Grund entschied ich mich für eine Tätigkeit im Bereich der beruflichen Vorsorge. Meine Arbeit als Shiatsu-Therapeutin sehe ich als guten Ausgleich zur meiner (haupt-)beruflichen Beschäftigung. Es ist für mich ein Privileg, wenn ich eine Person bei der Suche eines bestimmten Lebens-Puzzleteils begleiten, unterstützen und beraten darf. Dafür bin ich unheimlich dankbar. Dankbar bin ich auch für jede Sitzung, jede Behandlung, denn es ist immer ein bereichernder Austausch.


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