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11.12.11

2012

Das erste Mal, als ich von der Prophezeiung der Maya hörte, es war im Jahr 2009, während der mediale Beratung bei Frau Nadine Reuter in Zürich. Diese Prophezeiung nahm ich damals zur Kenntnis, denn sie war nicht der Grund der Sitzung. Mittlerweile - vor allem je näher das Jahr 2012 rückt -,  kann man aus der wundermaschine, dem World Wide Web, von lehrreichen bis geisttödenden Berichte darüber Lesen.

Der Grund meiner Zeilen hängt mit meiner Beobachtungen zusammen, als Mensch und vor allem als Afrikanerin. Nicht dass ich eine Verehrerin der Vergangenheit bin, aber ich muss immer wieder feststellen, dass viele Werte, welche wir von unseren Ahnen, Grosseltern und Eltern bekommen durften, leider verloren sind. Die Erziehung, welche ich als Kind erhalten durfte war als erstes Gebot die Liebe und Respekt an Gott ( nur einen Gott mit verschiedenen Namen, wie die Vielfalt von Sprachen, Dialekten), und den Mitmenschen.  Die Bezeichnung von "ma soeur, mon frère", hat eine sehr tiefe Bedeutung in sich, nämlich die von der Gemeinschaft. Einem Kind "gehörte" nicht nur seinen Eltern, sondern der ganzen Welt (hier bin ich ein lebendiges Beispiel, denn nicht nur die Erziehung, auch die Vater- und Mutterliebe durfte ich auch von nicht leiblichen Eltern erfahren. Und zwar die Vaterliebe durch den Ehemann meiner Tante, die Mutterliebe durch die Grossmutter, die Tante, die Mutter, die Wahlmutter, - die ursprünglich aus Deutschland stammt -, und anderen Müttern. Ich bezeichne mich als ein Kind mit zwei Vätern und vielen Müttern und Geschwistern, deshalb als sehr gesegnet). Wiederum trugt dieses Kind Verantwortung gegenüber seinen  Eltern und der ganzen Welt. Mit der Nennung "Kind, Schwester, Bruder" schlosst man automatisch die Person ans Herz und behandelte sie wie "die Eigene" und somit war das "negative" bereits beseitigt, denn niemand tut dem Eigenen etwas "böses" an. Um dies einfacher zu schildern: Man wollte dem Kind, die Schwester, dem Bruder des "Anderen" nichts antun, was man sich für die "Eigenen" nicht gewünscht hätte. Kurz, man sah in den Nächsten einen Teil von sich selbst. Ich persönlich lebte noch sehr stark mit dieser Weltanschauen, welche ich mich bemühe zu kultivieren, ich sah sofort in anderen einen Teil von mir. Z. B. sagte ich mir: Dieser Herr hat eine ähnliche Mimik wie Onkel..., oder bevor ich einem Jungen ein böses Wort sage, halte ich Inne und sage, hmm du bist so alt wie meinen Bruder,  du könntest meinen jungeren Brüder sein und sage bloss Ohh ces jeunes, und schüttle den Kopf. Und das Ganze dehnt sich in Freundes- und Bekanntenkreis aus. Die Tatsache ist doch, dass jeder von uns die Tochter, der Bruder, das Kind, die Mutter, der Grossvater usw. von jemandem ist, und dass wir von irgendwoher kommen.

Leider hat die Individualität die Gemeinschaft so stark verdrängt, dass aus Wir das Ich nur noch herrscht. Die Individualität (die Rede hier ist weder vom Individuum noch von einer Gemeinschaft mit ähnlichen Interessen), welche meiner Meinung nach zum ungesunden Ego führt, schliesst das "ich, meins, und wiederum ICH und MEINS" mit sich ein. Die Liebe, den Respekt zu einander sind durch Vorurteile, Angst usw ersetzt worden. Man lächelt sich nicht mehr aus dem Herzen an und akzeptiert sich gegenseitigt, sondern das ICH will das andere ICH schon beim ersten Anblick, nach beliebigen Vorstellungen (und Stimmungzustand) ummodellieren. Die Liebe, die Herzlichkeit, die Rücksichtnahme, die Nähe, das natürliche/grundlose Interesse, die Aufmersamkeit, den Respekt an einander sind durch trügerische Vorstellungen und Gefühle der Überlegenheit, der Macht ausgetauscht worden. Der Mensch ist für seine Mitmenschen zum Störfaktor geworden, welcher ausgemerzt werden muss. Doch die Realität ist, dass  jedes (Lebe)wesen seinen Platz hier hat.

Paradoxerweise steigt die Sehnsucht, das Streben nach diesem grossen Wort, die bedingungslose Liebe in Gott. Dabei übersehen wir das Werkzeug  Gottes in jeder von uns, in der Natur, den Tieren,  in allen sicht- und unsichtbaren Wesen.  Meine ewige Frage lautet immer: Wie kann es sein, dass wir den Gott lieben können, welcher wir nicht alltäglich als Materie sehen, wenn wir nicht in der Lage sind, das, was wir tagtäglich erleben dürfen, als Gott zu lieben? Fact ist, wir stellen ihn Fragen und überhören seine Antworten via uns oder anderen Känelen, weil wir vergessen haben, dass wir uns gegenseitig ergänzen. Ich durfte vor einigen Wochen folgende Erfahrung machen: Auf dem Weg zur Praxis, dachte ich, ich würde alles Gold der Welt geben, damit meine Grossmutter mir wieder eine ihrer alten Geschichten erzählen kann. Genaue diese Geschichten , welche sie ab und zu wiederholte und meine Gedanken abschweiften, bis etwas Neues dazukam... Ich lief bis zur Bushaltestelle. Plötzlich kam eine Dame, und als ich Platz für sie machen wollte, sagte sie mir, es seid nicht nötig, sie möchte lieber stehen bleiben. Sie blickte dann über die Strasse und erstaunte, dass der Weihnachtsbaum bereits da war! Die liebe Frau erzählte mir ein bisschen über Ihre Kindheit als Landei (sie erklärte mir, dass dies eine Bennenung für Menschen sei, die auf dem Land leben und die sei nicht abwertend), wie sie und ihre Geschwister sich über den Samiclaus und die ersten Clementinen freuten, wie schwierig es heute geworden ist, einem Kind eine Freude zu machen, weil der Wunder an Weihnachten verloren gegangen ist (die Kinder bekommen vor Weihnachten fast alles was sie wollen), über den Kulturschock als sie damals in die Stadt gezogen war usw. Die liebe Dame fasste mich fast immer an während sie sprach (eine Geste, welche mir sehr gut gefallen hatte, weil heute jede/r auf Distanz geht), mein mund war halb offen und ich absorbierte Alles wie ein Schwamm, bis der Bus kam. Die liebe Dame stieg in den Bus während ich langsam zurück zu mir kam. Als der Bus abfuhr winkte sie mich, ich  winkte zurück, bevor ich wütend auf den Bus wurde, kam in mir ein leises Danke aus und die Stille...

In der Propehezeiung der Maya sowie in anderen Prophezeiungen (ich bin überzeugt, dass andere auf Erde existieren, auch wenn sie nicht "bekannt" sind),  - glaube ich -, geht es darum, Alles zu beseitigen, was wir mit dem Kopf, dem Denken, verursacht haben und endlich unsere Herzen öffnen, mehr Bauchgefühle zeigen und auszuleben. Zurück zu unseren Kernen. Mit dem Denken hat der Mensch viel erreicht, weil dieses  seine Grenze leider nicht kannte - nach dem Motto Alles ist möglich, man kann/will mehr erreichen-, wiederum viel mehr zerstört. Macht es Sinn, sich gegeseitig die Köpfe zu schlagen für ein Stück Land, macht es Sinn unschuldige Kinder Waffen in den Händen zu drücken und somit ihre Seele aus dem Leib zu rauben, macht es Sinn den Wald, die Natur zu zerstören nur um unsere heutige Wegwerf- und Überkonsumgesellschaft zu befriedigen, macht es Sinn in derart Selbstverständlichkeit zu leben? Kindern verzichten von sich aus auf Fleischkonsum, Muttererde gibt uns das zurück was wir ihr an Schaden zugefügt haben (Erdbeben, Naturkatastrophen, Tsunami, Dürre, Klimaerwärmung usw.), jede/r will möglichst ein anonymes Leben führen, das virtuelle Leben ist wichtiger geworden, obwohl es niemand im Spital besuchen tut geschweige denn die nötige menschenwärme gibt oder das Herzlachen teilt, das schnelllebige Leben diktiert den Ton des Umgangs untereinander mit der Machtgier als Krönung dieser Misere.

Die Zeit für mehr Bewusstsein ist wahrscheinlich angesagt, in der jede/r seine Handlungen, sein Tun mehr Achtsamkeit schenken sollte, gewissenhafter werden muss, die Zeit, an der jede/r wissen sollte, dass niemand "böse" auf die Welt kommt, dass wir alle nur Mieter, Passanten auf dieser wunderschöne Erde sind, der den lieben Gott (als einzige Besitzer) uns als Geschenk für unsere "Entwicklung", unsere Verwirklichung gegeben hat, dass wir hier alle vergänglich sind. Mit diesem "neuen" Zeitabschnitt sollten wir wieder lernen  einander zu lieben, zu achten, zutragen, zu ertragen, zu akzeptieren, das Wunder in jeder von uns wieder zu entdecken, denn jede/r ist die Tochter, das Kind, die Grossmutter, der Vater, die Tante usw. von..., und somit ein wertvolles und liebeswürdiges Lebewesen.

4 Kommentare

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