Die Arbeit als Shiatsu-Therapeutin betrachte ich als echte Begnungen. Vor jeder Sitzung (egal ob neue/r Klient/in oder nicht), spüre ich eine grundlos kindliche Freude. Eine Freude, welche ich nicht in Worte fassen kann, weil für mich trotz der Entwicklung der Sprachen, die Gefühle und Empfindung  zu charakteriesieren , sie verbal auszudrücken irgendwie noch eine grosse Einschränkung in diesem flüchtigen Zustand einbringt. Grundlos bezieht sich nicht auf den Mensch, sondern auf die Sitzung, die Zusammenarbeit in ihrer Vielfältigkeit.

Als Vorstellung ist es wie jedesmal die Öffnung einer neuen Tür von u.a. sich Treffen, sich Anschauen, in Kontakt treten mit den Augen, ein Lächeln, Händeschütteln, den gebrauchten Raum annehmen bis zum ersten Gespräch. Das Gespräch, welches von sich öffnen, Zuhören, Beobachten, voneinander Lernen, Zusammenlachen bis zum einfach SICH SEIN KÖNNEN/DÜRFEN führt zur Basis der Körperarbeit, somit zum Vertrauen.

Die Körperarbeit an sich findet am Boden, auf den Futon statt und beginnt mit der Berühung. Die Berührung ist für mich wie ein Tor zur Arbeit, dankt der ich die Zulassung, die Neugierde, die Fraglichkeit, den widerstand bwz. die Grenze wahrnehmen kann. Mit der Hara-Befragung, womit die Körperarbeit startet, zeigt der Körper seinen aktuellen Energiezustand. Die Arbeit an sich variert nach der Hara-Befragung zwischen deutliche Rückmeldung und viele Fragezeichnen, wo ich dann den Körper nochmals fragen muss, was er braucht, wenn ich z.B. nicht weiss, wo ich anfangen soll. Die Frage stelle ich dem Menschen und dem Universum (um beide zu verbinden, weil ich überzeugt bin, dass die Regenerierung, die Aktievierung der Selbstheilungskräfte sich  zwischen diesen Beiden Ebenen ereignet, und ich bin nur die Lenkerin, ein Katalysator), um die "eigene Wille" nicht hineinzubringen.  Diese "eigene Wille" steht meistens schnell zur Verfügung. Eine Art natürliche Reaktion, sofort dem Menschen  "helfen zu wollen", am liebsten sofort diesen Menschen von seinen Probleme, Sorgen, Lasten zu befreien. Eine andere "eigene Wille" kommt noch hinzu, wenn die gelernten Methoden und Techniken, welche man sich angegeignet hat, entpricht die Erfahrungen aus dem Rücksack anwenden/ ausüben möchte, vielleicht "will" man noch dies oder jenes  ausprobieren, etwas "Neues" entdecken usw.

Und so geht die Reise weiter, weiter, bis irgendwann im Nu die subtile Berührung eintrifft. Die Gedanken verschwinden und schlicht flattern die Händen über den Körper. Jäh entsteht nur noch ein authentischer Austausch, eine tiefe Kommunikation mit Feedback des Körpers, welche seine Bedürfnisse offenbart. Er steuert, führt, leitet  die Händen dorthin wo er berüht sein möchte. Sie gelangen zum Beispiel an eine Stelle und werden Willkommen geheissen oder werden eingeladen, da noch eine Weile zu bleiben.

Das ist die Zeit der Wahrnung des Jetzts, der Achtsamkeit und Wachsamkeit, des Seins, des wahren Nehmen- und Geben/Geben- und Nehmen, der Stille, des Friedens u.v.m., welche den Raum auffüllt. Man könnte diesen Moment Meditation nennen, für mich persönlich ist es der Zeitpunkt wo sich die LIEBE in ihre REINHEIT zeigt.

"Wenn du den Körper eines Menschen berührst,
sei andachtsvoll – als ob Gott selber anwesend wäre und du ihm nur dienst"
OSHO

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