Das erste Mal, als ich von der Prophezeiung der Maya hörte, es war im Jahr 2009, während der mediale Beratung bei Frau Nadine Reuter in Zürich. Diese Prophezeiung nahm ich damals zur Kenntnis, denn sie war nicht der Grund der Sitzung. Mittlerweile - vor allem je näher das Jahr 2012 rückt -, kann man aus der wundermaschine, dem World Wide Web, von lehrreichen bis geisttödenden Berichte darüber Lesen.
Der Grund meiner Zeilen hängt mit meiner Beobachtungen zusammen, als Mensch und vor allem als Afrikanerin. Nicht dass ich eine Verehrerin der Vergangenheit bin, aber ich muss immer wieder feststellen, dass viele Werte, welche wir von unseren Ahnen, Grosseltern und Eltern bekommen durften, leider verloren sind. Die Erziehung, welche ich als Kind erhalten durfte war als erstes Gebot die Liebe und Respekt an Gott ( nur einen Gott mit verschiedenen Namen, wie die Vielfalt von Sprachen, Dialekten), und den Mitmenschen. Die Bezeichnung von "ma soeur, mon frère", hat eine sehr tiefe Bedeutung in sich, nämlich die von der Gemeinschaft. Einem Kind "gehörte" nicht nur seinen Eltern, sondern der ganzen Welt (hier bin ich ein lebendiges Beispiel, denn nicht nur die Erziehung, auch die Vater- und Mutterliebe durfte ich auch von nicht leiblichen Eltern erfahren. Und zwar die Vaterliebe durch den Ehemann meiner Tante, die Mutterliebe durch die Grossmutter, die Tante, die Mutter, die Wahlmutter, - die ursprünglich aus Deutschland stammt -, und anderen Müttern. Ich bezeichne mich als ein Kind mit zwei Vätern und vielen Müttern und Geschwistern, deshalb als sehr gesegnet). Wiederum trugt dieses Kind Verantwortung gegenüber seinen Eltern und der ganzen Welt. Mit der Nennung "Kind, Schwester, Bruder" schlosst man automatisch die Person ans Herz und behandelte sie wie "die Eigene" und somit war das "negative" bereits beseitigt, denn niemand tut dem Eigenen etwas "böses" an. Um dies einfacher zu schildern: Man wollte dem Kind, die Schwester, dem Bruder des "Anderen" nichts antun, was man sich für die "Eigenen" nicht gewünscht hätte. Kurz, man sah in den Nächsten einen Teil von sich selbst. Ich persönlich lebte noch sehr stark mit dieser Weltanschauen, welche ich mich bemühe zu kultivieren, ich sah sofort in anderen einen Teil von mir. Z. B. sagte ich mir: Dieser Herr hat eine ähnliche Mimik wie Onkel..., oder bevor ich einem Jungen ein böses Wort sage, halte ich Inne und sage, hmm du bist so alt wie meinen Bruder, du könntest meinen jungeren Brüder sein und sage bloss Ohh ces jeunes, und schüttle den Kopf. Und das Ganze dehnt sich in Freundes- und Bekanntenkreis aus. Die Tatsache ist doch, dass jeder von uns die Tochter, der Bruder, das Kind, die Mutter, der Grossvater usw. von jemandem ist, und dass wir von irgendwoher kommen.
Leider hat die Individualität die Gemeinschaft so stark verdrängt, dass aus Wir das Ich nur noch herrscht. Die Individualität (die Rede hier ist weder vom Individuum noch von einer Gemeinschaft mit ähnlichen Interessen), welche meiner Meinung nach zum ungesunden Ego führt, schliesst das "ich, meins, und wiederum ICH und MEINS" mit sich ein. Die Liebe, den Respekt zu einander sind durch Vorurteile, Angst usw ersetzt worden. Man lächelt sich nicht mehr aus dem Herzen an und akzeptiert sich gegenseitigt, sondern das ICH will das andere ICH schon beim ersten Anblick, nach beliebigen Vorstellungen (und Stimmungzustand) ummodellieren. Die Liebe, die Herzlichkeit, die Rücksichtnahme, die Nähe, das natürliche/grundlose Interesse, die Aufmersamkeit, den Respekt an einander sind durch trügerische Vorstellungen und Gefühle der Überlegenheit, der Macht ausgetauscht worden. Der Mensch ist für seine Mitmenschen zum Störfaktor geworden, welcher ausgemerzt werden muss. Doch die Realität ist, dass jedes (Lebe)wesen seinen Platz hier hat.
Paradoxerweise steigt die Sehnsucht, das Streben nach diesem grossen Wort, die bedingungslose Liebe in Gott. Dabei übersehen wir das Werkzeug Gottes in jeder von uns, in der Natur, den Tieren, in allen sicht- und unsichtbaren Wesen. Meine ewige Frage lautet immer: Wie kann es sein, dass wir den Gott lieben können, welcher wir nicht alltäglich als Materie sehen, wenn wir nicht in der Lage sind, das, was wir tagtäglich erleben dürfen, als Gott zu lieben? Fact ist, wir stellen ihn Fragen und überhören seine Antworten via uns oder anderen Känelen, weil wir vergessen haben, dass wir uns gegenseitig ergänzen. Ich durfte vor einigen Wochen folgende Erfahrung machen: Auf dem Weg zur Praxis, dachte ich, ich würde alles Gold der Welt geben, damit meine Grossmutter mir wieder eine ihrer alten Geschichten erzählen kann. Genaue diese Geschichten , welche sie ab und zu wiederholte und meine Gedanken abschweiften, bis etwas Neues kam... Ich lief bis zur Bushaltestelle. Plötzlich kam eine Dame, und als ich Platz für sie machen wollte, sagte sie mir, es seid nicht nötig, sie möchte lieber stehen bleiben. Sie blickte dann über die Strasse und erstaunte, dass der Weihnachtsbaum bereits da war! Die liebe Frau erzählte mir ein bisschen über Ihre Kindheit als Landei (sie erklärte mir, dass dies eine Bennenung für Menschen sei, die auf dem Land leben und die sei nicht abwertend), wie sie und ihre Geschwister sich über den Samiclaus freuten, wie schwierig es heute geworden ist, einem Kind eine Freude zu machen, weil der Wunder an Weihnachten verloren gegangen ist (die Kinder bekommen vor Weihnachten fast alles was sie wollen), über den Kulturschock als sie damals in die Stadt gezogen war usw. Die liebe Dame fasste mich fast immer an während sie sprach (eine Geste, welche mir sehr gut gefallen hatte, weil heute jede/r auf Distanz geht), mein mund war halb offen und ich absorbierte Alles wie ein Schwamm, bis der Bus kam. Die liebe Dame stieg in den Buss während ich langsam zurück zu mir kam. Als der Bus abfuhr winkte sie mich, ich winkte zurück, bevor ich wütend auf den Bus wurde, kam in mir ein leises Danke aus und die Stille...
In der Propehezeiung der Maya sowie in anderen Prophezeiungen (ich bin überzeugt, dass andere auf Erde existieren, auch wenn sie nicht "bekannt" sind), - glaube ich -, geht es darum, Alles zu beseitigen, was wir mit dem Kopf, dem Denken, verursacht haben und endlich unsere Herzen öffnen, mehr Bauchgefühle zeigen und auszuleben. Zurück zu unseren Kernen. Mit dem Denken hat der Mensch viel erreicht, weil dieses seine Grenze leider nicht kannte - nach dem Motto Alles ist möglich, man kann/will mehr erreichen-, wiederum viel mehr zerstört. Macht es Sinn, sich gegeseitig die Köpfe zu schlagen für ein Stück Land, macht es Sinn unschuldige Kinder Waffen in den Händen zu drücken und somit ihre Seele aus dem Leib zu rauben, macht es Sinn den Wald, die Natur zu zerstören nur um unsere heutige Wegwerf- und Überkonsumgesellschaft zu befriedigen, macht es Sinn in derart Selbstverständlichkeit zu leben? Kindern verzichten von sich aus auf Fleischkonsum, Muttererde gibt uns das zurück was wir ihr an Schaden zugefügt haben (Erdbeben, Naturkatastrophen, Tsunami, Dürre, Klimaerwärmung usw.), jede/r will möglichst ein anonymes Leben führen, das virtuelle Leben ist wichtiger geworden, obwohl es niemand im Spital besuchen tut geschweige denn die nötige menschenwärme gibt oder das Herzlachen teilt, das schnelllebige Leben diktiert den Ton des Umgangs untereinander mit der Machtgier als Krönung dieser Misere.
Die Zeit für mehr Bewusstsein ist wahrscheinlich angesagt, in der jede/r seine Handlungen, sein Tun mehr Achtsamkeit schenken sollte, gewissenhafter werden muss, die Zeit, an der jede/r wissen sollte, dass niemand "böse" auf die Welt kommt, dass wir alle nur Mieter, Passanten auf dieser wunderschöne Erde sind, der den lieben Gott (als einzige Besitzer) uns als Geschenk für unsere "Entwicklung", unsere Verwirklichung gegeben hat, dass wir hier alle vergänglich sind. Mit diesem "neuen" Zeitabschnitt sollten wir wieder lernen einander zu lieben, zu achten, zutragen, zu ertragen, zu akzeptieren, das Wunder in jeder von uns wieder zu entdecken, denn jede/r ist die Tochter, das Kind, die Grossmutter, der Vater, die Tante usw. von..., und somit ein wertvolles und liebeswürdiges Wesen.
Die Arbeit als Shiatsu-Therapeutin betrachte ich als echte Begnungen. Vor jeder Sitzung (egal ob neue/r Klient/in oder nicht), spüre ich eine grundlos kindliche Freude. Eine Freude, welche ich nicht in Worte fassen kann, weil für mich trotz der Entwicklung der Sprachen, die Gefühle und Empfindung zu charakteriesieren , sie verbal auszudrücken irgendwie noch eine grosse Einschränkung in diesem flüchtigen Zustand einbringt. Grundlos bezieht sich nicht auf den Mensch, sondern auf die Sitzung, die Zusammenarbeit in ihrer Vielfältigkeit.
Als Vorstellung ist es wie jedesmal die Öffnung einer neuen Tür von u.a. sich Treffen, sich Anschauen, in Kontakt treten mit den Augen, ein Lächeln, Händeschütteln, den gebrauchten Raum annehmen bis zum ersten Gespräch. Das Gespräch, welches von sich öffnen, Zuhören, Beobachten, voneinander Lernen, Zusammenlachen bis zum einfach SICH SEIN KÖNNEN/DÜRFEN führt zur Basis der Körperarbeit, somit zum Vertrauen.
Die Körperarbeit an sich findet am Boden, auf den Futon statt und beginnt mit der Berühung. Die Berührung ist für mich wie ein Tor zur Arbeit, dankt der ich die Zulassung, die Neugierde, die Fraglichkeit, den widerstand bwz. die Grenze wahrnehmen kann. Mit der Hara-Befragung, womit die Körperarbeit startet, zeigt der Körper seinen aktuellen Energiezustand. Die Arbeit an sich variert nach der Hara-Befragung zwischen deutliche Rückmeldung und viele Fragezeichnen, wo ich dann den Körper nochmals fragen muss, was er braucht, wenn ich z.B. nicht weiss, wo ich anfangen soll. Die Frage stelle ich dem Menschen und dem Universum (um beide zu verbinden, weil ich überzeugt bin, dass die Regenerierung, die Aktievierung der Selbstheilungskräfte sich zwischen diesen Beiden Ebenen ereignet, und ich bin nur die Lenkerin, ein Katalysator), um die "eigene Wille" nicht hineinzubringen. Diese "eigene Wille" steht meistens schnell zur Verfügung. Eine Art natürliche Reaktion, sofort dem Menschen "helfen zu wollen", am liebsten sofort diesen Menschen von seinen Probleme, Sorgen, Lasten zu befreien. Eine andere "eigene Wille" kommt noch hinzu, wenn die gelernten Methoden und Techniken, welche man sich angegeignet hat, entpricht die Erfahrungen aus dem Rücksack anwenden/ ausüben möchte, vielleicht "will" man noch dies oder jenes ausprobieren, etwas "Neues" entdecken usw.
Und so geht die Reise weiter, weiter, bis irgendwann im Nu die subtile Berührung eintrifft. Die Gedanken verschwinden und schlicht flattern die Händen über den Körper. Jäh entsteht nur noch ein authentischer Austausch, eine tiefe Kommunikation mit Feedback des Körpers, welche seine Bedürfnisse offenbart. Er steuert, führt, leitet die Händen dorthin wo er berüht sein möchte. Sie gelangen zum Beispiel an eine Stelle und werden Willkommen geheissen oder werden eingeladen, da noch eine Weile zu bleiben.
Das ist die Zeit der Wahrnung des Jetzts, der Achtsamkeit und Wachsamkeit, des Seins, des wahren Nehmen- und Geben/Geben- und Nehmen, der Stille, des Friedens u.v.m., welche den Raum auffüllt. Man könnte diesen Moment Meditation nennen, für mich persönlich ist es der Zeitpunkt wo sich die LIEBE in ihre REINHEIT zeigt.
"Wenn du den Körper eines Menschen berührst,
sei andachtsvoll – als ob Gott selber anwesend wäre und du ihm nur dienst"
OSHO
Soweit ich zurück denken kann, war das erste Wort, welches mich seit meiner Kindheit begleitet, das Wort "Respekt". Ich hörte das Wort erstes Mal von einer meinen Erzieherinnen (ich bin mit der Auffassung erzogen worden, dass die Erziehung eines Kindes in der Verantwortung der Gemeinschaft liegt), laut rufend: Hey Marie-Solange! Seid anständig mit deiner Kamaradin, weiss du denn nicht, dass sie älter ist als du? Also habe Respekt vor ihrem Alter! Neben dem Respekt vor dem Nächsten (Menschen, Tiere, Natur), fremde Eigentum wie die Eigene, war meine Jugenderziehung sehr von dem Respekt des Alters geprägt. Es liegt sehr wahrscheinlich daran, dass ein Tag als ein Geschenk erlebt und ausgelebt wird. Aus dieser Dankbarkeit entsteht den Stolz, seinem Alter würdig zu sein. So durfte ich niemals eine Person mit Vorname rufen, die im Alter meiner Eltern war, sondern mit einem (maman oder papa + Vorname) beginnen, desgleichen mit Onkeln und Tanten (mit einem tonton oder tata +Vorname). War der Altersunterschied zwischen mir und der Person nicht zu gross, so war eine "Sita" bei Frauen oder ein "tonton oder grand" bei Männern. Wurde dies unterlassen, verteitigte sich die Person mit Worte wie: "Ich könnte deine Mutter sein, bitte nenne mich maman... oder Sita...". fühlte sich der ältere beleidigt, sagte er drohend z.B."Wir beide haben die Schulbänke nicht zusammen aufgewärmt! Also nenne mich nicht z.B. Paul, sondern tonton Paul"! Ebenso unbezahlbar ist "le droit d'aînesse". Vor kurzem folgte ich eine Diskussion von zwei erwachsenen Menschen, welche abrupt endete, nachdem der Ältere schlagfertig so argumentierte"Ne sais-tu pas que si en tant qu'aîné j'avais barré le chemin, tu ne serais pas né? Alors s'il te plaît pèses tes mots quand tu me parles, car le droit d'aînesse ne s'achète pas". Genauso wichtig war die Hierachie, der Segen der Ur-, Ur-, Urgrosseltern bei essenziellen Lebensereignisse (z.B. Heirat, Kindererziehung usw.) war unentbehrlich. Und somit kannte jeder unausgesprochen seinen Platz in der Familie.
Warum ist man in Afrika so stolz auf das Alter? Warum lebt man so, als gäbe kein Morgen? Warum wird das Alter so geehrt? Ein Weiser (le Sage du village) erzählte mir während den Sommerferien im Dorf Folgendes (während meiner Kindheit mussten fast alle Kindern während den grossen Sommerferien zurück zu den Dörfer gehen, um nicht nur die Grosseltern zu besuchen, sondern und vor allem um die Würzeln wieder neu aufzutanken. Im Dorf lernte man die eigene Stammeskultur, Rituallen Traditionen besser kennen): Mein Kind, Alles Beginn bereits im Mutterleib. Stellt dich mal vor, du bist eine von diesen Millionen Spermatozoiden. Du kämpfst dich durch, schafft es befrüchtest zu sein. Dann kommst du auf die Welt. Und der Kampf geht weiter mit Hohen und Tiefen, gute und weniger Gute Erfahrungen. Denn das Leben ist ein harter Kampf. Und jeden Tag erlebst du neue Sachen, manchmal weiss du gar nicht, ob du am Abend dein Bett wieder erreichen wirst. Und doch erlebst du neue Tage. Und darauf solltest du immer stolz sein, weil dies nicht selbtverständlich ist. Die gute Worte hatten damals für mich nicht viel Bedeutung, nur eines bliebt doch bis heute im meinem Kopf eingraviert. Nichts ist im Leben selbstverständlich.
Das Alter ist hier in (Europa) nebst dem Wetter das meist erwähnte Wort, um nicht Thema zu sagen. Fast in jedem Gespräch kommt es vor, erzählt man z.B. über die schwere Krankheit, den Unfall oder den Tod eines geliebten Menschen, einen Bekannten, wird meist zuerst nach dem Alter des Betroffenen gefragt... Ich beobachte, dass wir heute in eine "pêle-mêle" Gesellschaft leben. Die jungen und ältere Menschen haben sich zusammen in einem Topf eingemischt und keiner erkennt seinen Platz mehr. Ich erinnere mich an eine Situtation mit einer Frau im Alter oder älter wie meine Mutter. Aus irgendeinem Grund stimmte die Chemie zwischen uns beide nicht. Und so kam es, dass die Frau sehr grob mit mir umging. Und jedes Mal wenn ich den Mund aufmachen wollte um mich zu wehren, hörte ich immer die Stimme in mir laut sagen: "passt auf Marie-Solange, die Frau ist älter als deine Mutter". So war meine persönliche Herausforderung, die goldenen Mitte zu finden. Mich widerzusetzen und somit der Person zu zeigen, wo die Grenze war.
Was bedeutet das Alter für mich persönlich, mit den Werten, welche mir auf den Weg gelegt wurden in Kamerun und die Tatsache, dass auch ich in diese "pêle-mêle Gesellschaft lebe? Jeder Tag, welcher ich erleben darf, ermöglicht mich meinen Weg zu beschreiten und somit die Gründe meiner Reinkarnation zu verwirklichen. So betrachtet ich das Alter nicht wie eine Art "Sünde, Last, oder Peinlichkeit" sondern viel mehr als ein Verdienst! In dem ich jeden Abend vor dem Einschlafen mit einem Schulterklopf sage: "Danke für diesen neuen Tag".
Der Körper in seine Gesamtheit (ob menschlicher Körper, Tierkörper, Pflanzenkörper usw) ist und war immer für mich persönlich ein Wunderwerk. Er entsteht allmählich, ermöglicht dem Lebewesen seine Ziele auf Erden zu erreichen und nach getaner Arbeit verabschiedet er sich, wie er eins kam. Ich möchte hier nicht über seine Entwicklung,welche uns die Wissenschaft und Forscher lehren, sonderns möchte einfach beim Eins/Eins bleiben, genaue gesagt, bei Menschen. Das Wunderwerk also, welches dem Mensch die Vorraussetzung schafft zu sein in dem er seine kognitive Fähigkeiten aufbaut, speichern um sich so im Leben weiterentwickeln oder behaupten zu können. Und das Wunderwerk funktioniert in der Regel so gut, dass man vergisst es zu schätzen bis ein Ereignis in die Normalität einbricht. Wie geht man mit Erkrankten nach einem Schlaganfall, bei Demenz oder Alzheimer um?
Nach dem Schlaganfall meiner Grossmutter seit letztes Jahr bin ich seither mit einer Situation konfrontiert, welche über das Denken hinaus geht. Zuerst kamen emotionalen Reaktionen (Wut, Aggression, Besorgnis, Trauer) mit der Erkenntnis, dass das Miteinanderleben nie mehr sein wird wie früher (z.B. dass ich sie nie mehr anrufen kann und ihr sagen, ich komme morgen vorbei, bitte koche dies oder jene für mich...). Nach dieser Erkenntnis, die Konfrontation mit der Realität: Erkennt sie mich, versteht sie mich, wie darf ich mit ihr sprechen?, wie bisher oder langsamer? Ist dieser Mensch der gleiche wie früher oder sitzen jetzt zwei Fremden sich gegenüber?
Die Ohnmacht-Position, in welche man sich befindet ist äusserst schmerzhaft. Gleichzeitig rückt sie einen in einer anderen Rolle. Rollen werden automatisch ausgetauscht von Mutter/Kind/Enkel zu Kind/Enkel/Mutter, weil die Mutter bzw. die Grossmutter im Not ist, entprechend die schwache Stellung nimmt, im Sinne von sie muss umsorgt werden. Mit starken Mitgefühl, sogar Mitleid möchte man dem Erkranten zu Seite stehe, ihm jedem Wunsch aus dem Bauch erfühlen können, die ganze Liebe welche man empfinden kann erweisen, vielleicht um somit Alles nachzuholen, falls dies möglich wäre. Aber es ist wichtig - glaube ich - zu erkennen, dass der geliebte Mensch ist und bleibt die Mutter oder die Grossmutter und man entsprechend den Überrang nicht übernehmen darf. Meine persönliche Erfahrung ist, dass ich mich immer bei jedem Besuch auf die gemeinsame Zeit konzentriere und somit jede Sekunde geniesse möchte mit meiner Grossmutter, in voller Liebe, diese Liebe, die meine all Dankbarkeit umfasst. Und vor allem vermeide ich ,die alte Zeit abzurufen, weil ich genaue weiss, dass es nie mehr sein wird wie früher. Die alte Erinnerungen hindern mich daran, das Jetzige wahrzunehmen und ich sage mir dann:" heute und vor allem jetzt ist es so, was gestern war ist vorbei, aber jetzt ist das kostbare Leben in Augenblick".
Bis anhin habe ich die Spitäler sowie Pflegeheime immer mit grossem Distanz betrachtet. Heute nach jedem Besuch bin ich besonders dem Pflegepersonal unheimlich dankbar für Alles, was es tut.
Wie gehen die Betroffenen damit um? Wie sieht ihre Welt aus, wenn ein Teil von ihrem Bewusstsein plötzlich nicht mehr da ist? Wenn das Wunderwerk einem im Stich lässt? Wenn sie von heute auf Morgen auf fremde Hilfe angewiesen werden? Wie fragil ist doch das Wunderwerk? Wo bleibt das Wunder im Werk stecken, dass man es einfach wiederholen sollte?
Liebe Menschen
Ich heisse euch herzlich willkommen auf meinem Blog und freue mich auf zahlreiche Besuche und kommentare.
Herzlich, Marie-Solange.
Engelsegen
Der Gott, der zu dir kommen will wie ein Kind, schenke dir ein Lachen.
Der Gott, der zu dir kommen will wie ein Liebender, lasse dich erkennen, wie schön du bist.
Der Gott, der zu dir kommt als neue Welt, möge abwischen all deine Tränen.
Der Gott, der mit dir feiern will, gebe dir die Kraft, ein Segen zu sein für andere.
